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rTMS in Berlin: Ambulante Behandlung bei Depression

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation – ambulant, facharztgeführt, kurzfristig verfügbar

Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist ein nicht-invasives Verfahren zur Behandlung von Depressionen. Gezielte Magnetimpulse stimulieren Hirnareale, die bei depressiven Erkrankungen unteraktiv sind. Das Verfahren ist in der S3-Leitlinie zur unipolaren Depression als Behandlungsoption genannt – insbesondere dann, wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden.

Psychodynamik Berlin bietet rTMS als ambulante Behandlung in einer psychiatrischen Facharztpraxis in Berlin-Neukölln an. Im Unterschied zur stationären oder teilstationären Versorgung sind keine Klinikaufenthalte nötig – Patientinnen und Patienten kommen zu ihren Sitzungen in die Praxis und setzen im Anschluss ihren Alltag fort.

Kurz und klar
In der Regel 20 Sitzungen über 4 Wochen. Eine Sitzung dauert ca. 30 Minuten, die eigentliche Stimulation ca. 3 Minuten. Bei gutem Ansprechen ist eine Verlängerung möglich. Keine Narkose, kein Klinikaufenthalt.

Für wen ist rTMS geeignet?

Depression, die auf Medikamente nicht ausreichend anspricht (therapieresistente Depression)
Unverträglichkeit von Antidepressiva oder Wunsch nach einer medikamentenfreien Alternative
Ergänzung zur bestehenden medikamentösen Behandlung
Bevorzugung eines ambulanten Settings ohne Klinikaufenthalt
Individuelle Eignung
Ob rTMS im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir im Erstgespräch – unter Berücksichtigung Ihrer Vorgeschichte, bestehender Medikation und möglicher Ausschlusskriterien.

Ablauf der Behandlung

1

Erstgespräch

Indikationsprüfung, Aufklärung, Besprechung der Behandlungsziele. Klärung der Kostenübernahme mit der Krankenversicherung.

2

Behandlungsserie

In der Regel 20 Sitzungen über 4 Wochen (täglich Mo–Do). Eine Sitzung dauert ca. 30 Minuten, die Stimulation selbst ca. 3 Minuten im iTBS-Protokoll. Bei gutem Ansprechen kann die Serie sinnvoll verlängert werden – bis zu 30 Sitzungen sind nach aktueller Datenlage vertretbar.

3

Verlaufskontrolle

Regelmäßige Messung des Therapiefortschritts mit standardisierten Fragebögen. Anpassung des Behandlungsplans bei Bedarf.

4

Abschluss

Auswertung, Empfehlung zum weiteren Vorgehen und ggf. Planung einer Erhaltungstherapie.

Technik und Protokoll

MagVenture MagPro R30 TMS-Stimulator mit Cool-B70-Spule
MagPro R30 mit Cool-B70-Spule. Bildquelle: MagVenture

MagVenture MagPro R30 mit Cool-B70-Spule

Wir arbeiten mit einem in Kliniken und Forschung etablierten System dänischer Herstellung. Die aktive Kühlung der Cool-B70-Spule ermöglicht auch längere Behandlungsserien mit gleichbleibender Stimulationsqualität.

  • Protokoll: iTBS (intermittent Theta Burst Stimulation)
  • Stimulationsdauer: ca. 3 Minuten pro Sitzung
  • Zielregion: linker dorsolateraler präfrontaler Kortex
  • Frequenz: 5 Sitzungen pro Woche über 4 Wochen
  • Zulassung: CE-zertifiziert für die Behandlung der Major Depression

Das iTBS-Protokoll verkürzt die Stimulationszeit auf etwa 3 Minuten. Ältere 10-Hz-Protokolle dauerten ca. 37 Minuten pro Sitzung. Das schnellere Protokoll lässt sich besser in den Alltag integrieren – eine komplette Behandlungseinheit inklusive Vorbereitung dauert ca. 30 Minuten.

Wirksamkeit und Studienlage

Die Wirksamkeit der rTMS bei Depression ist in kontrollierten Studien und Metaanalysen untersucht. Die Zahlen variieren je nach Patientengruppe, Protokoll und Vorbehandlung – einen Überblick geben die folgenden Referenzen.

≈ 49 %
Ansprechrate (Response) unter iTBS in der THREE-D-Studie
≈ 32 %
Remissionsrate unter iTBS in derselben Studie
3 statt 37,5 Min.
Stimulationsdauer iTBS gegenüber älterem 10-Hz-Protokoll

In der THREE-D-Studie, einer randomisierten Nichtunterlegenheitsstudie mit knapp 400 Teilnehmenden, war das von uns eingesetzte iTBS-Protokoll dem etablierten 10-Hz-Protokoll in der Wirksamkeit gleichwertig – bei deutlich kürzerer Sitzungsdauer. Bemerkenswert ist, dass über die Hälfte der untersuchten Patientinnen und Patienten die Kriterien einer therapieresistenten Depression erfüllte.

Eine umfassende Netzwerk-Metaanalyse im BMJ ordnet rTMS-Verfahren – darunter iTBS und die hochfrequente links-präfrontale rTMS – als gegenüber einer Scheinstimulation signifikant wirksam ein. Auch die deutsche S3-Leitlinie zur unipolaren Depression führt rTMS als Behandlungsoption.

Quellen: Blumberger DM et al., THREE-D, Lancet 2018;391:1683–1692. · Mutz J et al., BMJ 2019;364:l1079. · S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression.

Einordnung
Studienzahlen beschreiben Gruppenergebnisse, keine individuellen Garantien. Ob und wie stark rTMS im Einzelfall wirkt, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht vorhersagen. Wir besprechen die realistische Erwartung offen im Erstgespräch.

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

rTMS ist in der Regel gut verträglich. Die häufigste Nebenwirkung sind leichte Kopfschmerzen in den ersten Sitzungen, die in der Regel von selbst abklingen. Ein leichtes Klopfgefühl am Kopf während der Stimulation ist normal.

Schwere Nebenwirkungen sind selten. Vor Behandlungsbeginn prüfen wir im Erstgespräch mögliche Ausschlusskriterien – insbesondere das Vorliegen eines erhöhten Krampfanfallrisikos, metallischer Implantate im Kopfbereich oder einer Schwangerschaft.

Kosten und Kostenübernahme

Die Behandlung wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten, eine vorherige Klärung mit dem Versicherer ist empfehlenswert.

Auf Wunsch erstellen wir vor Behandlungsbeginn einen detaillierten Kostenvoranschlag mit fachlicher Begründung, den Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können. Selbstzahler sind willkommen.

Hinweis zur GKV
Die ambulante rTMS wird von gesetzlichen Krankenversicherungen derzeit nicht erstattet. Eine Behandlung ist daher nur für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler möglich.

rTMS im Vergleich zu anderen Stimulationsverfahren

Im Bereich der nicht-invasiven Hirnstimulation gibt es mehrere Verfahren, die sich in Wirkprinzip, Indikation und Evidenzlage deutlich unterscheiden. Für die Behandlung der Depression ist die Studien- und Leitlinienlage am klarsten bei der rTMS.

rTMS – repetitive transkranielle Magnetstimulation

Magnetimpulse stimulieren gezielt den linken dorsolateralen präfrontalen Kortex. Für die Depression, insbesondere die therapieresistente Form, ist rTMS das am besten untersuchte und in Leitlinien genannte Verfahren. Wir setzen es in der iTBS-Variante ein.

tDCS – transkranielle Gleichstromstimulation

Schwache Gleichströme verändern die Erregbarkeit von Nervenzellen. Gut verträglich, in der Wirkung bei Depression jedoch schwächer belegt als rTMS. Wird teils ergänzend eingesetzt.

Weitere Verfahren

Andere Stimulationsverfahren – etwa ultraschallbasierte Methoden – werden vor allem bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz erprobt. Für die Indikation Depression liegt dafür keine mit der rTMS vergleichbare Evidenz vor.

Worauf es ankommt
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Verfahren anzubieten, sondern für die jeweilige Erkrankung das Verfahren mit der besten Evidenz. Bei Depression ist das die rTMS – durchgeführt in einer psychiatrischen Facharztpraxis.

Häufige Fragen zu rTMS

Was kostet eine rTMS-Behandlung in Berlin?

Die rTMS wird nach der GOÄ abgerechnet. Eine Standard-Serie umfasst 20 Sitzungen über 4 Wochen; bei gutem Ansprechen kann eine Verlängerung sinnvoll sein. Auf Wunsch erstellen wir einen Kostenvoranschlag zur Einreichung bei Ihrer Krankenversicherung.

Übernimmt die Krankenkasse rTMS?

Die ambulante rTMS wird von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) derzeit nicht erstattet. Die meisten privaten Krankenversicherungen (PKV) übernehmen die Kosten – eine vorherige Klärung mit der Versicherung ist empfehlenswert.

Wie lange dauert eine rTMS-Sitzung?

Eine Sitzung dauert insgesamt ca. 30 Minuten inklusive Vorbereitung. Die eigentliche Stimulation mit dem iTBS-Protokoll dauert ca. 3 Minuten – deutlich kürzer als ältere 10-Hz-Protokolle mit ca. 37 Minuten Stimulationsdauer.

Ist rTMS schmerzhaft?

Nein. Während der Stimulation kann ein leichtes Klopfgefühl am Kopf entstehen. Die häufigste Nebenwirkung sind leichte Kopfschmerzen nach den ersten Sitzungen, die in der Regel von selbst abklingen.

Wie schnell bekomme ich einen Termin?

Termine für das Erstgespräch sind meist innerhalb weniger Tage verfügbar. Die Terminvereinbarung ist online über Doctolib möglich.

Wer führt die Behandlung durch?

Die Indikationsstellung und ärztliche Begleitung erfolgt durch Dr. med. Jochen Stappert, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Stimulationssitzungen werden durch geschultes Praxispersonal unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt.

Kann ich während der rTMS meine Medikamente weiter einnehmen?

Ja. rTMS wird in der Regel zusätzlich zur bestehenden medikamentösen Behandlung durchgeführt. Änderungen an Ihrer Medikation besprechen wir individuell im Erstgespräch.

Ist die Behandlung auch auf Englisch möglich?

Ja. Diagnostik, Aufklärung und Behandlung können vollständig auf Englisch durchgeführt werden.